COESS – INTERESSE VERZWEIFELT GESUCHT

Zum Auftakt der sechsundvierzigsten Runde stellen wir die Fragen: „Welche konkreten Auswirkungen hat die CoESS-Arbeit auf das Sicherheitsgewerbe in Deutschland? Was erwarten Sie – unabhängig von der jetzigen Leistung – konkret von der Arbeit eines europäischen Sicherheitsverbands?“

Im Interview mit:


Eine kurze Einleitung:

Das ist uns auch noch nicht passiert: dass wir eine „Frage in die Runde“ stellen – und (fast) alle winken desinteressiert ab. Diesmal ging es um CoESS, die so genannte „Confederation of European Security Services“, also ein Verband auf europäischer Ebene, in dem wiederum nationale Sicherheitsverbände zusammengeschlossen sind.

Interessiert mich nicht. Kann ich nix dazu sagen. Habe mich noch nie damit befasst. Das waren die Reaktionen. Das beweist unsere Vermutung, dass die Relevanz des Verbands von „höchster Minimalität“ ist. Wenn Sie also mal wieder einer Pressemitteilung dazu begegnen – sparen Sie sich die Lesezeit.

Immerhin, einer unserer Befragten hat sich trotzdem erbarmt und eine Antwort gegeben. Die entsprechende Frage lautete: „Eigentlich hört man von CoESS immer nur dann, wenn Vorstandswahlen waren – wie im zurückliegenden Oktober. Wenn man sich im Sicherheitsgewerbe umhört und danach fragt, was CoESS in der deutschen Branche konkret bewegt, bekommt man in der Regel ein Schulterzucken zur Antwort oder im besten Fall die Aussage, dass es immer gut sei, eine Interessenvertretung in Brüssel zu haben. Wirklich überzeugen kann das nicht. Deshalb fragen wir Sie zweierlei: „Welche konkreten Auswirkungen hat die CoESS-Arbeit auf das Sicherheitsgewerbe in Deutschland? Was erwarten Sie – unabhängig von der jetzigen Leistung – konkret von der Arbeit eines europäischen Sicherheitsverbands?“

Dirk Dernbach

Geschäftsführer der SECURITAS Sport & Event GmbH & Co. KG
Honorige Ziele
Ich habe nicht nur von CoESS gehört – mein Arbeitgeber ist einer der beiden Platinsponsoren. Dennoch und zugegebenerweise verfolge ich die Tätigkeiten von CoESS nur peripher, indem ich entsprechende Artikel über dessen Arbeit in Fachzeitschriften lese. Nebenbei erwähnt, sind wir nicht nur durch den BDSW dort vertreten, sondern auch durch Friedrich P. Kötter, der die Position des „First Vice Chairman“ bekleidet. Alleine durch diesen Umstand bin ich mir sicher, dass der CoESS honorige Ziele verfolgt. Umfangreiche Informationen über die Tätigkeit des CoESS erhält man unter der www.coess.org, leider nur auf Englisch, was viele davon abhalten wird, sich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen. Hier würde ich mir eine mehrsprachige Veröffentlichung wünschen. Was aber wiederum dazu animiert, darüber nachzudenken, ob die Öffentlichkeitsarbeit verbesserungswürdig ist. Denn wenn man sich die Inhalte der Aktivitäten und Projekte durchliest, kann man nicht behaupten, dass sie nicht im Interesse unserer Branche wären. Aber wie häufig schimpfen wir darüber, wie langsam die „deutschen“ Mühlen mahlen, wenn wir versuchen, irgendwelche Standards umzusetzen, sei es eine DIN-Norm oder ein Bewacherregister. Ich möchte mir die Schwierigkeiten auf internationaler Ebene gar nicht ausmalen. Die „Frage in die Runde“ kann ich jedoch nicht konkret beantworten, da ich mich persönlich viel zu wenig mit der CoESS-Arbeit auseinandergesetzt habe. Ihre Frage war jedoch Anlass, mich ein wenig mehr mit der Thematik zu beschäftigen, was aber auch meine Wissenslücken offenbarte. Ich bleibe am Ball und, sollte sich die Frage in einem Jahr wiederholen, bin sicher, dann umfangreicher und präziser antworten zu können.

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